29
Oct 11

Kosmisches Windspiel

Wiener Konzerthaus. Großer Saal. (c) Michael Bechinie 2011

Gewalttätig dunkeltosende Klangtürme wechseln mit blitzenden Filamenten, so zerbrechlich wie Fäden aus gebackenem Eiklar. Totalreflektierende Spiegel jagen einander Photonen durch den Kosmos zu, füllen den Raum mit unendlichen Schattierungen buntesten Lichttons. Ein gläsernes Windspiel, von kosmischer Dimension. Gespielt, angetrieben von akustischen Photonen eines hundertköpfigen Klangkörpers, der das vierfache Fortissimo genau so beherrscht wie das dreifache Pianissimo. Zum Ende schließt sich der Kreis mit dem versöhnendsten Unisono, das sich ein Ohr wünschen kann. Ein gewaltiges Stück Musik aus einer Zeit des Aufbruchs, made in Austria, das so manchen, zeittönenden Komponisten unserer Tage stehen lässt.

— zu Friedrich Cerhas “Spiegel I-VII”, 28.10.11, Großer Saal Wiener Konzerthaus, RSO Wien —

http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Cerha


06
Oct 11

Steve Jobs 1955 – 2011

sadmac

“Death is very likely the single best invention of life” (Steve Jobs 2005)


04
Mar 11

Magical Moments

Sie sagte: “Jetzt geht es ganz schön los!”. Sie spürte, wie sie der Elefant mit der Spitze seines Zahnes zu kitzeln versuchte und wie sein alter Rüssel, aus dem ein Hauch von Grasduft strömte, ihren Hals entlang strich. Plötzlich erschien ein Känguru, das ihr einen Strauss Gänseblümchen reichte, nur flüchtig grüßte und sofort wieder dahinbrauste. Es wurde ihr kurz Rot vor Augen, diese andauernden Wechsel gingen ihr einfach zu schnell. “Eine Pause wäre gut”, sagte sie. Sie öffnete ihre Tasche und holte eine etwas kleinweltlerisch geratene Banane heraus und schälte sie. Beim ersten Bissen dachte sie bei sich: “Wie mich die Einen doch immer wieder gut verstehen können!” und beim zweiten Bissen fragte sie sich: “Warum mich wohl die Anderen niemals verstehen?”. Die Menschen, die sie umgaben fand sie weltumspannend. Ein hässlicher Gedanke, anzunehmen, dass alles, was sie umgab zu lange war und sie abstumpfen ließ. Als die Bananenschale den Boden berührte fand sie sich in einem Bambuswald wieder und fühlte sich unendlich jung. Nur kriechend konnte sie sich jetzt bewegen. Der Wald war knapp 1 m hoch und mit einer zischenden Wasserdecke abgeschlossen. Dichter Nebel machte ihr ausserdem ein schnelles Fortkommen unmöglich. An der nächsten Ecke geriet sie in einen Berg blauer Riesenameisen. “Zeit für eine Bildpause”, dachte sie, holte nun einen Apfel aus ihrer Tasche und drückte die Stopptaste.