Kosmisches Windspiel

Wiener Konzerthaus. Großer Saal. (c) Michael Bechinie 2011

Gewalttätig dunkeltosende Klangtürme wechseln mit blitzenden Filamenten, so zerbrechlich wie Fäden aus gebackenem Eiklar. Totalreflektierende Spiegel jagen einander Photonen durch den Kosmos zu, füllen den Raum mit unendlichen Schattierungen buntesten Lichttons. Ein gläsernes Windspiel, von kosmischer Dimension. Gespielt, angetrieben von akustischen Photonen eines hundertköpfigen Klangkörpers, der das vierfache Fortissimo genau so beherrscht wie das dreifache Pianissimo. Zum Ende schließt sich der Kreis mit dem versöhnendsten Unisono, das sich ein Ohr wünschen kann. Ein gewaltiges Stück Musik aus einer Zeit des Aufbruchs, made in Austria, das so manchen, zeittönenden Komponisten unserer Tage stehen lässt.

— zu Friedrich Cerhas “Spiegel I-VII”, 28.10.11, Großer Saal Wiener Konzerthaus, RSO Wien —

http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Cerha

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